Maarten Verbiest (geb. 1994) wurde als extrem frühgeborenes Baby blind geboren. Schon als Kleinkind wurde er von der Musik verzaubert. Als er sieben Jahre alt war, begann er in Brügge klassisches Klavier zu studieren. 2009 zog er nach Gent und im darauffolgenden Jahr begann er bei Sergio Biffi an der Akademie De Kunstbrug Jazzklavier zu studieren. Einige Jahre später nahm er auch den Faden des klassischen Klaviers wieder auf und begann bei Katrijn Friant zu studieren.
Langsam wuchs in ihm auch eine Faszination für ein Instrument, das so viele Instrumente in sich vereint und einen ultimativen Reichtum an Klängen bietet: die Orgel. Im Jahr 2017 begann er bei dem Orgellehrer Paul De Maeyer zu studieren.
Mittlerweile spielt Maarten regelmäßig Solokonzerte an der Orgel und tritt in Aufführungen mit Orchester, Sologesang oder Chor auf. Durch das Spielen verschiedener Orgeln – jede mit ihrem eigenen Anschlag, ihren diversen Registrierungen und ihrer spezifischen Akustik – entwickelte Maarten eine persönliche Affinität und Liebe zu diesem Instrument. Auch der Reichtum der Orgelklänge gibt ihm als blindem Organisten ein intensives Raumgefühl.
Maarten präsentiert stets überraschende Orgelprogramme, die vorwiegend Alte Musik von Komponisten wie u. a. Georg Friedrich Händel, Dietrich Buxtehude oder William Byrd umfassen. Aber seine Faszination gilt noch immer dem Komponisten, den er schon als Kleinkind so sehr liebte: Johann Sebastian Bach.
Aufgrund seiner Sehbehinderung hat Maarten gelernt, auf besondere Talente zu vertrauen: ein kolossales Gedächtnis, um sich ein umfangreiches Repertoire zu merken, ein absolutes Gehör, das sehr präzise wahrnimmt, und eine fein entwickelte Motorik. Das Ergebnis ist eine besondere Expertise und einfühlsame Interpretationen in seinen musikalischen Darbietungen.
Maarten studierte zudem Musikgeschichte an der Akademie De Kunstbrug und belegt derzeit Kurse in Harmonielehre/Komposition. Außerdem singt er im Chor Helicon von De Kunstbrug.



