Anne Froidebise

Anne Froidebise studierte an den Königlichen Konservatorien von Lüttich und Brüssel, wo sie in den drei Tasteninstrumenten Klavier (Klasse Robert Leuridan), Orgel (Klasse Hubert Schoonbroodt) und Cembalo (Klasse Charles Koenig) diplomiert wurde. Außerdem erhielt sie bei Sommerakademien Anregungen von Xavier Darasse und Bernard Lagacé.
Ihr Interesse an der gesamten Orgelliteratur führte sie an zahlreiche Instrumente unterschiedlichster Ästhetik—alte wie moderne, berühmte wie weniger bekannte.

In der Kammermusik war sie rund dreißig Jahre lang mit den Flötisten Jean-Paul und Emmanuel Pirard verbunden, mit denen sie sehr zahlreiche Konzerte in Europa und den USA gab. Als Cembalistin wirkte sie an mehreren Gesamtaufführungen von Werken Johann Sebastian Bachs mit, darunter Flötensonaten, Violinsonaten und das erste Buch des Wohltemperierten Klaviers. Sie trat als Solistin mit dem Philharmonischen Orchester Lüttich und verschiedenen Kammerorchestern auf.

Ihre Diskographie ist umfangreich und umfasst mehr als zwanzig Einspielungen.

Das Unterrichten nimmt einen großen Teil ihres Musikerlebens ein. Von 1992 bis 2015 war sie Orgelprofessorin am Königlichen Konservatorium Lüttich, von 1985 bis 1996 Cembaloprofessorin am IMEP. Seit 2011 unterrichtet sie im Sommer an der International Academy of Music in Cornwall (AIMC).

In dem Bestreben, Orgel und Orgelmusik besser bekannt zu machen, engagiert sie sich im Rahmen der Vereinigung „Art et Orgue en Wallonie“ für die Sensibilisierung des Publikums durch die Organisation von Konzerten, Vorträgen und Führungen in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern.

Von 1992 bis 2014 war sie Mitglied der Königlichen Kommission für Denkmäler, Stätten und Ausgrabungen der Wallonischen Region; derzeit ist sie Vizepräsidentin der Fédération Francophone des Amis de l’Orgue (FFAO).